… der Urlaub. Kurz und gut, er ist vorbei.
Aber nein, aber nein, höre ich mein Innerstes. Du zehrst davon, und zwar recht lange. Meint es. Ich bin da nicht so sicher. Aber immer schön der Reihe nach.

Okay, die Bilder prägen. Dieser Schnappschuss gelang, kurz bevor mein Sitznachbar sein Essen entgegennahm und beim Öffnen des Wassers eine kleine Fontäne auf meine Hose verspritzte. Ich nahm es gelassen, hatte ich doch eine Zweite mit. Die lag zwar einige Meter unter mir im Gepäckraum sicher verschlossen, aber naja. Ich würde mit dem Toilettengang eben warten, bis der Fleck an ungünstigster Stelle getrocknet war. Immerhin gelang uns ein unterhaltsames Gespräch, in dessen Verlauf ich wahrlich reichhaltige Ratschläge erhielt. Der Wasserspritzer war ein Einheimischer. Genauer: ein Hongkong-Chinese. Das alleine musste nichts bedeuten, machte ich mir weis. Doch er ließ an meinem ersten Urlaubsziel kein gutes Wort. Laut – unzivilisiert – übervölkert – und, sagte ich es schon? Laut. In Hongkong schnattern die Menschen in der U-Bahn gedankenlos vor sich hin. Nicht weil sie etwa nicht ruhig vor sich hin sinnieren können. Gedanken haben in der Kakophonie einfach keinen Platz!
Ich bewundere die Menschen dort jedenfalls sehr. Sie sind durchaus zivilisiert, benehmen sich einigermaßen, bei einer Bevölkerungsdichte, die die der Toilette einer Stammkneipe in der Halbzeitpause eines Champion-League-Endspiels entspricht. Und gehen immer schön rechts. Auch auf die Toilette. Sie bauen Wolkenkratzer mit Bambusgerüsten, kaufen komische Sachen in komischen Läden, lächeln wenig (aber das kommt, weil sie so kommunikativ sind) und sind uns technisch um Lichtjahre voraus.
Technische Hilfe gebraucht? Rufen Sie 00852-89-732363.

Nun ja. Aber sie sind sehr geschäftstüchtig.

Das Bild habe ich auf einem Markt geschossen. 100% NO FAKE! Als cleverer Ausländer weiß ich aber, das man den Preis um ca. 50% herunterhandeln soll. Womit ich bei zwei bezahlten und einer erhaltenen Tasche wiederum nur den Preis EINER Tasche bezahlt habe. Praktisch, nicht?
Wunderschön auch die witzigen Shops, in denen man Süßigkeiten aller Art erstehen kann. Ich konnte nicht widerstehen und erstand. Und nein, ich musste nicht vier bezahlen (die ich aber auf zwei heruntergehandelt hätte), um zwei zu bekommen.

Und stellt euch vor, wie überrascht ich zum Schluss war, als ich den Becher fast leer gelöffelt hatte. Der weiße Hai höchstpersönlich. Okay, von oben war er blau, aber das ist er ja im Wasser immer, oder?

Aber weiter im Text. Wir haben ja nicht den ganzen Tag Zeit, gell? Nach dem Lauten, dem Technischen und dem Süßen begab ich mich auf eine kleine Insel im Golf von Thailand. Beschaulich, urtümlich, ruhig. Das waren die Attribute, die ich zu erwarten hoffte. Und dann das:

Sieht gut aus, nicht? Hatte ich euch ja versprochen. Was ihr nicht wisst: Für diese Aufnahme nutzte ich ein Zeitfenster von ungefähr zwei Sekunden (2 sec.!) und brauchte ca. 10 Minuten. Dazwischen Lärm, Technisches und Süßes (jaja, auch Mädels
). Aber gleich so viele Menschen auf meiner unberührten Insel wären auch nicht nötig gewesen.
An dieser Stelle muss ich aber mal eine Lanze für die russischen Touristen brechen: so schlimm seid ihr gar nicht! Und ihr wart auch gar nicht so viele. Nur knapp 3/4 der Inselpopulation und dazu so nett weiß. Oder rot. Je nachdem, ob ihr gerade erst ankamt oder schon einen Tag in der Sonne geschlafen hattet. Gott sei Dank sah man das spät abends auch nicht mehr so. Wegen des günstigen Lichts.

Also, gut erholt habe ich mich jedenfalls. Ich habe gefühlte 170 Bücher gelesen und mich dabei ganz toll entspannt, nur ganz leichte Rückenschmerzen vom tagelangen Liegen, wunde Füße vom Shoppen und (nicht gefühlte) 4 Kilo mehr Gewicht. Nein, nicht im Koffer. Am Bauch.
Lediglich die letzte Aufnahme brachte mir einen satten Sonnenbrand ein. Ihr wisst schon: das Zeitfenster!
